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Kastanien und Kastanienschalen am Boden

Das Familienwochenende, das zum Family Counseling Lehrgang der IGfB gehört, wie Schnee zum Winter in den Bergen oder Kuchen zum Geburtstag, war schon immer etwas ganz Besonderes für mich. Die Dynamik einer großen Gruppe, die Verletzlichkeit, die nur ganz nahe Beziehungen mit sich bringen und das Vertrauen, das die Lehrgangsteilnehmer*innen und ihre Familien uns als Veranstalter und den Referent*innen entgegenbringen faszinieren mich jedes Mal aufs Neue.

Es bedeutet eine große Verantwortung, aber auch ein großes Geschenk Teil dieses Lehrgangsblocks zu sein.

Das Familienwochenende ist so essentiell für uns, weil wir als Family Counselor nur seriös mit Familien, arbeiten können, wenn wir unsere eigenen Familien, ihre Verbindungen, Rituale, Verhaltensmuster, Dynamiken und Baustellen immer wieder spüren, erfahren, überdenken und dadurch immer besser kennenlernen.

In diesem Jahr war es noch ein bisschen spezieller für mich. Einerseits organisiere ich den Lehrgang und bin zuständig für alle Formalitäten, die ihn betreffen, andererseits ist mein Mann diesmal Teilnehmer und hat mich als seine Frau eingeladen, mit dabei zu sein.

Was für eine irre Gelegenheit für mich, ein und dieselbe Erfahrung aus mindestens zwei Perspektiven zu machen.

Wir hatten im Vorfeld zwar geklärt, dass ich an diesem Wochenende vor Ort nichts Organisatorisches abwickeln werde, aber meine Wahrnehmung kann ich ja nicht gut abstellen. So nach dem Motto: "Den organisatorischen und fachlichen Blickwinkel bitte auf Standby." Ein Sammelsurium an Wahrnehmungen und Empfindungen durchströmte mich also an vielen Momenten dieser Tage.

Es war mir schon im Vorfeld sehr wichtig, dass alles bestmöglich vorbereitet und durchdacht ist und die Bedürfnisse von allen individuell so gut wie möglich gesehen und beantwortet werden.

Vor Ort war also ein Teil meiner Wahrnehmung unweigerlich darauf gerichtet, wie die Teilnehmer*innen und ihre Familien in den ersten Stunden und Tagen auf Umgebung und Struktur reagierten (und auch, ob sie meine Erwartungen und die meiner Familie trafen).

Darüber hinaus war ich intensiv damit beschäftigt, wie sich meine Rolle als Ehefrau eines Teilnehmers gestalten würde und auch, wie wir als Familie mit den Anforderungen, die die Aufgabenstellungen der Referent*innen an uns stellten, zurechtkamen.

Schlussendlich galt mein Interesse, selbst Family Counselor, auch der fachlichen Arbeit der Referent*innen und der Lehrgangsteilnehmer*innen, die in der Mitte mit den Familien arbeiteten.

Ganz schön viel wahrzunehmen.

Doch es hat sich gelohnt, die Herausforderung anzunehmen.

Als Organisatorin bin ich bestärkt, dass die Struktur einen wesentlichen Teil des Gelingens so einer Veranstaltung ausmacht. Und ich fühle mich beglückt und beschenkt, weil alle den Ort und die Angebote darin so genießen konnten (das Wetter war noch dazu perfekt - dafür war ich allerdings nicht zuständig...)

Als Partnerin und Mutter bin ich dankbar für innige Situationen und Auseinandersetzungen in meiner Familie und für die vielen Beispiele der anderen Familien, die mir wieder gezeigt haben, dass es sich lohnt Dinge aus- und anzusprechen und, dass wir alle Erfahrungen teilen, die in jeder Familie so, oder so ähnlich aussehen.

Als Fachfrau schließlich bin ich berührt von Menschen, die bereit sind, sich auf eine so mutige und ehrliche Art mit sich selbst und ihren Partner*innen und Kindern auseinanderzusetzen und ich bin dankbar, sie und die angehenden Family Counselor auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Ein Geschenk über das ich jeden Tag aufs Neue glücklich bin.

 

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